
Manchmal dauern die Berichte, aber besser spät als nie, deshalb hier noch ein paar Informationen aus dem letztjährigen Kongress:
Der diesjährige Kongress hat sich mal wieder einem politischen Thema gewidmet: nämlich der Frage, inwieweit die Vergangenheit von BP als britischer Kolonialoffizier, aber auch die Gründerväter der deutschen Pfadibewegung und ihre Haltung zum Kolonialismus einen Einfluss auf die heutige Arbeit des VCPs haben. Der Kongress fand im Evangelischen Jugendhof Sachsenhain in Verden statt. 33 Teilnehmende im Alter von 12 bis 27 Jahren — überwiegend Ranger*Rover sowie ehrenamtlich Engagierte in Gruppen- und Stammesleitung — nahmen teil.
Der Jugendhof bot durch seine zentrale Lage in Niedersachsen, die gute Ausstattung und mehrere Seminarräume ideale Bedingungen.
Das Hauptziel war die Aufklärung über die Geschichte des Kolonialismus und dessen Auswirkungen auf die heutige Gesellschaft. Die Teilnehmenden wurden dazu angeregt, kritisch über historische Narrative, eigenes Erbe und bestehende Privilegien nachzudenken. Am Sonntag wurden die erarbeiteten Ideen in gemeinsame Handlungsempfehlungen überführt.
Am Samstag fand eine biographische Einheit statt, die in Zusammenarbeit mit den GirlGuides of Namibia entwickelt wurde. Diese Einheit vertiefte das Interesse der Teilnehmenden und förderte intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. Die weiteren Programmpunkte waren geprägt von informativen, produktiven Gesprächen und Austauschformaten.
Die Teilnehmenden konnten ihre Sensibilität für historische Narrative, Diskussionskompetenzen und Reflexion über eigene Privilegien stärken.
Das Team gewann praktische Erfahrungen in Projektmanagement und in der Nutzung von Planungstools.
Am Ende des Kongresses standen konkrete Handlungsoptionen – von gruppenstunden-tauglichen Materialien bis zu strategischen Vorschlägen für den Verband.
Auf Basis der Handlungsempfehlungen sollen Materialien für Gruppenstunden entwickelt und weiterführende Projekte mit internationalen Partner*innen geprüft werden. Langfristige Ziele umfassen sowohl praktische Angebote für Ortsgruppen als auch strategische Maßnahmen auf Verbandsebene, um die Auseinandersetzung mit kolonialen Vergangenheiten nachhaltig zu verankern.
Gefördert wurde dieses Projekt durch die Heinrich-Dammann-Stiftung und durch die Evangelische Stiftung Pfadfinden.
